Wie kann ein flexibles Angebot wie der Lübecker On-Demand-Dienst lümo langfristig bestehen – und gleichzeitig sozial gerecht bleiben? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt In2Lübeck der Universität zu Lübeck in Kooperation mit den Stadtwerken Lübeck Mobil.
Eine mögliche Antwort soll ein neuer Preisalgorithmus liefern, der stärker auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht. Statt eines starren Tarifs berücksichtigt er Faktoren wie die Verfügbarkeit anderer Verkehrsmittel, das individuelle Sicherheitsgefühl oder den Komfort einer Fahrt. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Schon wenige Faktoren reichen aus, um Preise flexibler und gerechter zu gestalten – solange sie für die Fahrgäste nachvollziehbar kommuniziert werden.
In einer ersten Studie entwickelte Michelle Wrage in ihrer Bachelorarbeit in dem Projekt Kriterien, die typische Fahrsituationen abbilden – etwa Wartezeiten, Anschlussmöglichkeiten oder das individuelle Bedürfnis nach Sicherheit. Eine anschließende Nutzerbefragung zeigte: Besonders wichtig sind den Menschen die Verfügbarkeit und Qualität alternativer Angebote, das Sicherheitsgefühl während der Fahrt und der physische Komfort vor und nach der Fahrt.
Aufbauend auf den ersten Ergebnissen wurde der bestehende lümo-Tarif um einen dynamischen Zuschlag erweitert und in einer weiteren Studie in einem Test-Interface der lümo-App integriert. Dort schlug ein regelbasiertes System den Teilnehmenden automatisch einen situationsabhängigen Zuschlag auf den Fahrtpreis vor – angepasst an ihre individuelle Fahrsituation. Das Ergebnis: Viele empfanden das Modell als gerecht, wenn die Kriterien transparent offengelegt wurden.
Eine dritte Untersuchung nutzte reale Fahrdaten, um das System in der Praxis zu simulieren. Dabei zeigte sich ein enormes Potenzial: Die Einnahmen könnten sich verdoppeln – bei gleichbleibend hoher Akzeptanz auf Nutzerseite.
In2Lübeck setzt damit wichtige Impulse für eine sozial gerechte und nachhaltige urbane Mobilität – in Lübeck und darüber hinaus.
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