Wie wollen wir in Zukunft mobil sein? Die Antwort darauf ist ebenso komplex wie vielfältig – und doch lassen sich Entwicklungen und Visionen oftmals mit einem einzigen Bild greifbarer und verständlicher machen als mit langen Texten und Erläuterungen. Bilder aktivieren unser Vorstellungsvermögen, machen abstrakte Gedanken verständlich, lösen Emotionen aus und regen Diskussionen an.
Im Mobilitätsdesign haben Zukunftsbilder eine zentrale Rolle:
- Planung: Sie strukturieren komplexe Ideen und vereinen verschiedene Perspektiven.
- Inspiration: Sie regen dazu an, über das technisch Machbare hinauszudenken.
- Kommunikation: Sie schaffen eine gemeinsame Sprache zwischen Forschung, Politik Planung und Bevölkerung.
Zwei kontrastierende Motive verdeutlichen dies: ein dystopisches Bild – Städte voller Verkehr, Lärm und Isolation – und ein utopisches Bild – mit grünen, lebenswerten, vernetzten Räumen. Sie können Debatten anstoßen, die rein technische Argumente allein nicht auslösen.
Bilder können emotionalisieren, vereinfachen und manipulieren. Missbräuchlich eingesetzt, etwa um Interessen durchzusetzen oder kritische Perspektiven auszublenden, können sie Diskurse verzerren und zu Fehleinschätzungen führen.
Richtig eingesetzt sind Zukunftsbilder unverzichtbar für Forschungs- und Umsetzungsprojekte: Sie bieten Orientierung in Veränderungsprozessen und eröffnen Denk- und Gestaltungsräume. Auf Basis von Megatrends wie Digitalisierung, Klimawandel oder demografischem Wandel lassen sich Thesen und Szenarien entwickeln – etwa zur nahtlosen, zugänglichen und umweltfreundlichen Mobilität von morgen. Dabei sind Zukunftsbilder keine endgültigen Entwürfe, sondern methodische Werkzeuge, die aufzeigen, was möglich und zugleich, was gesellschaftlich wünschenswert ist.
Im Forschungsprojekt InterMoDe dienen Zukunftsbilder als zentrale Kommunikationsgrundlage. Sie veranschaulichen Trends, unterstützen die Entwicklung und Ausgestaltung der Idee intermodaler Mini-Bahnhöfe und stellen die Perspektiven und Bedürfnisse der Nutzenden in den Mittelpunkt. Die in der dritten Projektphase geplante Veröffentlichung einer Handreichung zur Gestaltung intermodaler Mobilitätssysteme nutzt ihre Wirkung und zeigt deren Bedeutung.
Das folgende Bild veranschaulicht exemplarisch die Chancen und Risiken visueller Zukunftsbilder: Es zeigt, wie stark Bilder unsere Vorstellung von Zukunft prägen können – und wie sie genutzt werden können, um gemeinsame emotionale Zielbilder in gesellschaftlichen Transformationsprozessen zu fördern.
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