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Forschungsagenda Nachhaltige urbane Mobilität

Zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung und zur Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität durch eine nachhaltige und barrierefreie Mobilität bedarf es im Personen- und Güterverkehr grundlegender neuer Ansätze und Verfahren. Diese Ziele können nur erreicht werden, wenn Städte sich selbst als starke und ambitionierte Akteure verstehen, die die Verkehrswende umsetzen wollen. Eine nachhaltige Mobilität setzt außerdem zielgerichtete Forschung voraus, die sowohl technische und soziale Innovationen entwickelt als auch praktisch testet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stärkt daher die systemische Mobilitätsforschung mit seiner Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobilität“.
Forschungsagenda (Adobe Stock)
Forschungsagenda (Adobe Stock)

Menschliche und umweltfreundliche Mobilitätssysteme gestalten – genau darauf zielt die Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobilität" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Sie zeigt, wie der Wandel durch Wissenschaft und Praxis vor Ort aktiv gestaltet werden kann und zu einer nachhaltigeren Gestaltung urbaner Mobilität beiträgt. Damit setzt die Forschungsagenda einen neuen thematischen Schwerpunkt der Leitinitiative Zukunftsstadt.

Die Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobilität“ ist am Ziel der nachhaltigen Entwicklung ausgerichtet und wurde in einem gemeinsamen Prozess mit Expert*innen aus Wissenschaft, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft entwickelt, um ihre Perspektiven, Bedarfe und Ideen in die Agenda einzubringen. Der Fokus liegt auf Mobilität in städtischen Räumen sowie Stadt-Umland-Regionen, denn vor Ort in den Kommunen wird nachhaltige Mobilität konkret und gestaltbar.

Entsprechend der Forschungsagenda zeichnet sich eine nachhaltige urbane Mobilität vor allem dadurch aus, dass
- verkehrsbedingte Emissionen (insbesondere von Treibhausgasen, Schadstoffen, Feinstaub, Lärm) und der Ressourcenverbrauch (vor allem Flächeninanspruchnahme, Umweltschäden, Rohstoffeinsatz) minimiert werden,
- individuelle Bedürfnisse, Sicherheit, freie Entfaltung und die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen gewährleistet sind,
- und die gesellschaftliche Wohlfahrt, Wettbewerbsfähigkeit und Qualität der Kommune als Wirtschaftsstandort gestärkt werden.

Die Ziele der nachhaltigen Entwicklung sind international in der Agenda 2030 mit den 17 Sustainable Development Goals (SDG) definiert und wurden für Deutschland in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie konkretisiert. Zentral für urbane Mobilität ist das SDG 11 „Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten“. Bis 2030 soll der Zugang zu sicheren, bezahlbaren, zugänglichen und nachhaltigen Verkehrssystemen für alle ermöglicht und die Sicherheit im Straßenverkehr verbessert werden. Wesentliche Voraussetzungen hierfür sind die Änderung des Nutzungsverhaltens, eine kluge Verzahnung der verschiedenen Verkehrssysteme sowie die Einführung kohlenstoffarmer Treibstoffe oder die Entwicklung energieeffizienterer Antriebssysteme (Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2016, S. 156).

 

Mobilitätsforschung für den Wandel – systemisch und transdisziplinär

Aber der Wandel des Mobilitätssystems ist eine komplexe gesamtgesellschaftliche Aufgabe und ein langfristiger Prozess – gleichzeitig sind rasch wirksame Impulse zur Entlastung der Städte notwendig und möglich. Die Förderung im Rahmen der Forschungsagenda verfolgt daher zwei übergeordnete Zielsetzungen: Zum einen sollen Innovationen direkt in der Praxis erprobt und umgesetzt werden; zum anderen soll eine fundierte Basis für das langfristige Management der Innovations- und Transformationsprozesse geschaffen werden.

Hierfür braucht es das Zusammenspiel von Technologien, Umweltforschung, Stadt- und Infrastrukturplanung, sozialem Verhalten sowie gesellschaftlichen und individuellen Bedürfnissen an Mobilität. Dies kann nur in Zusammenarbeit der zentralen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gelingen. Im Mittelpunkt der Forschungsagenda steht daher eine systemische und transdisziplinäre Mobilitätsforschung.

Abb. Systemische Mobilitätsforschung
Abb. Systemische Mobilitätsforschung

Fördermaßnahmen und -projekte der Forschungsagenda

Im Rahmen der Forschungsagenda fördert das BMBF kommunale Modellprojekte, Forschungsprojekte und europäische / internationale Projekte, zusammen mit den relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, für die Entwicklung und Erprobung innovativer Mobilitätslösungen. Die Begleitforschung Nachhaltige Mobilität (BeNaMo) unterstützt die zwei Fördermaßnahmen MobilitätsWerkStadt 2025 und MobilitätsZukunftsLabor 2050 sowie verschiedene Einzelprojekte.
Im Fokus der Förderung stehen drei eng verzahnte Themenbereiche:

  • Gesellschaftlicher Wandel und Mobilitätsverhalten
  • Bewertung und Modellierung von Maßnahmen, Technologien und Transformationspfaden
  • Innovationsprozesse und Governance urbaner Mobilität.

Die unterschiedlichen Mobilitätsprojekte sollen im Austausch und Vergleich Lerneffekte generieren und zum Erkenntnisgewinn beitragen, um den Fach- und Praxisdiskurs zur Mobilitätswende zu gestalten und voranzubringen. Ein Monitoring der Projekte ermöglicht es, ggf. im Umsetzungsprozess nachzusteuern und Wirkungen mit Blick auf Nachhaltigkeit zu bewerten. Orientierung gibt ein gemeinsamer wissenschaftlicher Rahmen, der Begriffsklärungen, Indikatoren nachhaltiger Mobilität und gute Beispiele umfassen wird.

Mehr Informationen zur Forschungsagenda finden Sie hier oder unter dem folgenden Link:
https://www.fona.de/de/massnahmen/foerdermassnahmen/mobilitaet-in-der-stadt.php