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CADIA
Japanisch-deutsche Forschungskooperation zum vernetzten und automatisierten Fahren

Das vernetzte und automatisierte Fahren im Straßenverkehr (CAD) wird dazu führen, dass Fahrzeugführende teilweise oder vollständig durch eine Automatisierung ersetzt werden. Es bietet das Potenzial, mehrere Dimensionen des Verkehrssystems zu verändern: von verändertem Autobesitz über die Verfügbarkeit neuer Mobilitätsdienstleistungen bis hin zu Verbesserungen der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses. Im Fokus des Projektes CADIA steht die Erforschung der Diffusion von CAD-Fahrzeugen und -Mobilitätsdienstleistungen sowie von Faktoren, welche die gesellschaftliche Akzeptanz beeinflussen.

CADIA – Japanisch-deutsche Forschungskooperation zum vernetzten und automatisierten Fahren: Sozioökonomische Folgenabschätzung

CADIA ©DLR (CC-BY 3.0)
CADIA ©DLR (CC-BY 3.0)

Ausgangssituation & Forschungsfragen

Das vernetzte und automatisierte Fahren (Connected and automated driving; CAD) im Straßenverkehr wird dazu führen, dass Fahrzeugführende teilweise oder vollständig durch eine Automatisierung ersetzt werden. CAD hat das Potenzial, mehrere Dimensionen des Verkehrssystems zu verändern, die von verändertem Autobesitz über die Verfügbar­keit neuer Mobilitätsdienstleistungen bis hin zu Verbesserungen der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses reichen. Für die Einführung von CAD ist eine Koordination zahl­reicher, heterogener Innovationsakteure in unterschiedlichen Bereichen erforderlich. Da­bei müssen sowohl technische und wirtschaft­liche Aspekte berücksichtigt werden als auch Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft. CADIA fokussiert auf die Erfor­schung, Beschreibung und Modellierung der Diffusion von CAD-Fahrzeugen und -Mobili­tätsdienstleistungen und die Erforschung von Faktoren, welche die Wahrnehmung, Adoption oder Ablehnung von CAD – auch bezeichnet als „gesellschaftliche Akzeptanz“ – beeinflussen.

CADIA ist Teil einer deutsch-japanischen Forschungskooperation. Die Analysen sind aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung der Automobilindustrie in beiden Ländern von besonderer Relevanz. Im Zuge des Projekts findet ein regelmäßiger Austausch mit dem japanischen Partnerprojekt zu Projektinhalten, -fortschritten und -ergebnissen statt.

Projektansatz & Vorgehensweise

Der breite Einsatz von CAD und damit seine Auswirkungen und Konsequenzen hängen von einer Reihe von Faktoren ab. Dazu gehören die Adoptionsraten und Diffusionsraten von CAD-Fahrzeugen und -Mobilitätsdienstleis­tungen sowie die Verän­derungen des individuellen Mobilitätsverhal­tens und damit die kollektive Verkehrsnach­frage, die sich aus der Verfügbarkeit und Nut­zung der neuen Verkehrsmittelalternativen ergibt.

Schwerpunkte der Arbeiten des DLR Instituts für Verkehrsforschung in diesem Projekt sind Analysen zur Marktdiffusion von automati­sierten Pkw und zu Auswirkungen von CAD auf die Verkehrsnachfrage sowie die damit verbundene Weiterentwicklung vorhandener Model­lierungswerkzeuge. Das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemana­lyse des Karlsruhe Instituts für Technologie (KIT) untersucht Faktoren, welche die gesell­schaftli­che Akzeptanz von CAD beeinflussen. Das Institut für Stadtbauwesen und Stadtver­kehr der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) modelliert die zukünftige Pkw-Ausstattung von Privathaus­halten in Anhängigkeit einer Vielzahl von Personen-, Haushalts- und Umgebungscharak­teristika sowie CAD. Die Bayerischen Motoren Werke AG (BMW) untersucht Aspekte des Markteintritts, insbesondere hinsichtlich Zeitpunkte der Markteinführung und Kosten von CAD-Fahrzeugen und -Mobilitäts-dienstleistungen.

Projektziele & zu erwartende Ergebnisse

Ein tieferes Verständnis zur gesellschaftlichen Akzeptanz und Diffusion des automatisierten Fahrens kann Innovations-risiken verringern, wird sozioökonomische Folgenabschätzungen informieren und könnte zudem den Verlauf des technisch-wissenschaftlichen Fortschritts im Bereich des automatisierten Fahrens beeinflussen.

Der Austausch und die Vernetzung mit den japanischen Partnern innerhalb der For­schungskooperation ermöglichen, deutsche und japanische Perspektiven und wissen­schaftliches Denken zu verbinden und um Elemente der jeweiligen Forschung in beiden Ländern zu erweitern. Durch den internationa­len Vergleich der beiden prototypischen Mobilitätsmärkte wird die Entwicklung eines tiefergehenden Verständnisses von Auswir­kungen externer Faktoren auf die Diffusion und den Einfluss der CAD-Technologie auf die Fahrzeugflottenentwicklung und die Verkehrs­nachfrage erzielt.

Die Entwicklung von zukunftsfähigen Model­lierungsinstrumenten und Marktdiffusionssze­narien ermöglicht eine Abschätzung von Auswirkungen der CAD-Technologie auf den Fahrzeugabsatz und unterstützt somit Entscheidungsfindungen um die Markteinfüh­rung über fahrzeugbezogene technische Fragen hinaus.

Laufzeit
01.09.2019 – 28.02.2022

Projektkoordination
Dr.-Ing. Christian Winkler
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Verkehrsforschung, Personenverkehr
Rudower Chaussee 7
12489 Berlin
Tel.: +49 30 67055-7951