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VenAMo – Verkehrsentlastung durch neue Arbeitsformen und Mobilitätstechnologien

VenAMo – Verkehrsentlastung durch neue Arbeitsformen und Mobilitätstechnologien

VenAMo – Verkehrsentlastung durch neue Arbeitsformen und Mobilitätstechnologien
VenAMo – Verkehrsentlastung durch neue Arbeitsformen und Mobilitätstechnologien

Ausgangssituation & Forschungsfragen

Die Verkehrssysteme vieler deutscher Metropolregionen stehen vor dem Kollaps. Die Region Stuttgart ist aufgrund wirtschafts-, siedlungs- und verkehrsstruktureller Bedingungen besonders betroffen und fungiert im Forschungsprojekt als Untersuchungs- und Testfeld. Da in der Region Stuttgart rund 900.000 Beschäftigte regelmäßig zur Arbeit pendeln und an einem Werktag 40 Prozent der Verkehrsleistung durch Berufsverkehr verursacht wird, kann eine Verhaltensänderung bei berufsbezogenen Wegen einen Beitrag zu messbar weniger Verkehr und zu einer nachhaltigeren Mobilität leisten. Das Projekt geht der Frage nach, inwieweit durch raum-zeitlich flexible Arbeit und ein verändertes Mobilitätsverhalten bei arbeitsbezogenen Wegen (einschließlich der Nutzung neuer Mobilitätstechnologien) Verkehrsentlastungseffekte erzielt werden können und – falls dies der Fall ist – welche identifiziert werden können, um eine Verringerung des Berufsverkehrs in den Kernstädten zu erreichen.

Es werden folgende Zielstellungen verfolgt:

  1. Bestimmung des Potenzials zur Nutzung raum-zeitlich flexibler Arbeitsformen und nachhaltiger Mobilitätskonzepte auf dem Weg zur Arbeit
  2. Entwicklung und Testung alternativer Arbeits- und Mobilitätsformen in Realexperimenten mit Beschäftigten in den teilnehmenden Unternehmen
  3. Erhebung der Verkehrsentlastungspotenziale in der Region mittels mikroskopischer Mobilitätsverhaltenserhebung
  4. Sozioökonomische Bewertung der Entlastungspotenziale Nachhaltigkeitsanalyse
  5. Konsolidierung der Ergebnisse im Dialog mit Vertretern regionaler Unternehmen und der Verkehrs- und Stadtpolitik und Überführung in Instrumente zur Verkehrsentlastung

Projektansatz & Vorgehensweise

VenAMo verfolgt den Anspruch, sowohl auf Mikroebene der Vielfalt individueller Interessen, Bedarfe, Wohn- und Arbeitsverhältnisse gerecht zu werden, als auch auf Mesoebene der Anforderungs- und Ressourcenstruktur auf Arbeitgeberseite Rechnung zu tragen. Zugleich werden auf Makroebene stichhaltige Aussagen zur aktuellen und potenziellen Nutzung mobiler Arbeitsformen und multipler Verkehrsmittel abgeleitet.

Im Projektdesign wird diesen Anforderungen Rechnung getragen, indem Szenarien alternativer Arbeitsformen und Mobilitätspraktiken in Reallaboren getestet und mittels Beschäftigten- und Unternehmensbefragungen hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit bewertet werden. Zu-gleich wird aufbauend auf der mikroskopischen Verkehrsverhaltenserhebung ein auf die Verhaltensannahmen der Szenarien abgestimmtes Verkehrsmodell entwickelt. In dieses Verkehrsmodell fließen die Szenarien alternativer Arbeits- und Mobilitätsformen ein, um ihr jeweiliges Verkehrsentlastungspotential zu bestimmen. Die so gewonnen Erkenntnisse erlauben im Austausch mit den betrieblichen und kommunalen Gestaltern Maßnahmen abzuleiten und zu bewerten.

Projektziele & zu erwartende Ergebnisse

Das Projekt klärt, inwieweit durch raum-zeitlich flexible Arbeit und flexible Verkehrsmittelwahl bei arbeitsbezogenen Wegen (einschließlich der Nutzung neuer Mobilitätstechnologien) Verkehrsentlastungseffekte werden können. Darauf aufbauend wird ein Instrumentarium zur kommunalen und betrieblichen Förderung eines veränderten arbeitsbezogenen Mobilitätsverhaltens entwickelt, geprüft und konsolidiert. Hier sind einzelne Module für Kommunen, Unternehmen und individuelle Personen vorgesehen:

Modul kommunale Instrumente:

a) Instrument zur Bestimmung räumlicher Verkehrsentlastungseffekte für Szenarien und Potenziale veränderter arbeitsbezogener Mobilität;
b) Instrument zur sozioökonomischen Bewertung der Wirkungen veränderter arbeitsbezogener Mobilität;
c) Maßnahmenkatalog zur Umsetzung in der kommunalen Verkehrsplanung.

Modul betriebliche Instrumente:

a) Zielgruppenanalyse für Maßnahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements;
b) Analyse institutioneller Hindernisse (z.B. juristischer, infrastruktureller, kultureller Art);
c) Dokumentationen betriebsspezifischer Implementationsstrategien inkl. Kosten/Nutzen-Analyse.

Modul für individuelle Nutzer:

Leitfaden zur persönlichen Veränderung arbeitsbezogener Mobilität inkl. Fallstudien zu Kosten und Nutzen einzelner Maßnahmen

Laufzeit
01.09.2020 – 31.08.2023 

Projektkoordination
Zeppelin Universität Friedrichshafen gemeinnützige GmbH
Prof. Dr. Dr. Manfred Moldaschl
Tel.:  +49 7541 6009-2521
E-Mail: manfred.moldaschl(at)zu.de